In einer Welt, in der gefühlt jeder Toaster internetfähig ist und das Smartphone permanent an der Hand festgewachsen zu sein scheint, habe ich mich zu einem radikalen Schritt entschieden: Ich habe mir im Jahr 2026 einen ganz dummen, analogen MP3-Player gekauft.
Es geht um den Fosi Audio DAP Neo – ein Gerät, das aussieht wie eine Reminiszenz an die goldenen iPod-Zeiten, keinerlei Apps besitzt und genau das tut, was man von ihm verlangt: Musik abspielen. Punkt.
Sicher, Streamingdienste und Playlists auf dem Smartphone sind bequem. Aber genau da liegt das Problem. Wenn ich mit dem Hund unterwegs bin oder im Hintergrund während der Arbeit Musik hören will, ist das Smartphone immer nur einen Wisch von der nächsten Ablenkung entfernt. Benachrichtigungen, Mails, Social Media – man konsumiert Musik oft nur noch nebenbei, während der Algorithmus entscheidet, was als Nächstes läuft.
Ich wollte das bewusste Musikhören zurück. Wieder überlegen: Welches Album möchte ich jetzt wirklich hören? Die Musik aus Jugendtagen, die noch auf der alten Festplatte schlummert, wiederherzuholen und ganz analog per Micro-SD-Karte auf ein Gerät zu schieben, hat etwas ungemein Erdendes.
Der Fosi Audio DAP Neo ist kein High-End-Sammlerstück wie ein originaler iPod von damals, aber er macht verdammt viel Spaß:
Klar, es gibt ein paar kleine Macken – die Software zickte bei mir kurz rum, als ich mit den EQ-Einstellungen rumspielte, und das Rad klickt nicht ganz so satt wie beim Original von Apple. Aber das sind winzige Details im Vergleich zu dem, was das Ding zurückbringt: Fokus.
Man muss das Rad nicht jeden Tag neu erfinden. Manchmal ist die „weniger intelligente“ Option genau die richtige, um den Kopf frei zu kriegen.
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