Juli 2026 war heftig. Die extreme Hitzewelle, die Europa im Griff hatte, und die wochenlange Trockenheit haben mich – wie viele andere auch – wütend, ängstlich und ehrlich gesagt ziemlich ratlos zurückgelassen. Wenn man in seinen 35 Jahren hier in Europa so ein Wetter noch nie erlebt hat und gleichzeitig sieht, wie wenig von politischer Seite passiert, zehrt das gewaltig an den Nerven.
Es war eine emotionale Achterbahnfahrt, geprägt von Klimaangst und der Sorge vor dem, was kommt. Besonders wenn man an die Generation nach uns denkt – an die eigenen Kinder.
Ein großer Auslöser für diese Dunkelheit ist oft der eigene Kopf, der sich an Dingen festbeißt, die man nicht direkt kontrollieren kann. Social Media tut sein Übriges: Der Algorithmus füttert uns gezielt mit Worst-Case-Szenarien und einer endlosen Flut aus Untergangsstimmung. Es ist ein Gefühl des Schwimmens gegen einen Ozean aus Strömungen.
Was mir in dieser Phase geholfen hat, war der Schritt zurück und der Griff zu harten Fakten statt leerer Hysterie. Das Buch „Not the End of the World“ von Hannah Ritchie bietet einen rationalen, faktenbasierten Blick auf die Klimawissenschaft und zeigt, dass nicht alles verloren ist – auch wenn die Realität hart ist. Dazu hilft es ungemein, Handy und Social Media öfters mal wegzulegen.
Der schwerste Teil für mich ist nicht die Hitze an sich. Es ist die Erkenntnis, dass es Menschen (und vor allem mächtige Interessengruppen) gibt, die aus reiner Gier und Machtstreben bereit sind, diesen Planeten zu zerstören, anstatt auch nur einen Hauch von Profit oder Kontrolle abzugeben. Zu begreifen, dass es solche destruktiven Kräfte gibt, macht fassungslos.
Aber wir dürfen nicht resignieren.
Die große Mehrheit der Menschen will diesen Planeten schützen. Wir wollen eine lebenswerte Zukunft für uns, unsere Kinder, Tiere und die Natur. Das wurde mir bei meinen morgendlichen Touren durch unsere Heimat – wo ich sogar das Glück hatte, einen Biber zu beobachten – wieder schmerzlich bewusst: Diese Welt ist so verdammt wertvoll.
Wir müssen Veränderung fordern. Die Kontrolle liegt letztlich bei uns, wenn wir zusammenstehen und sie einfordern. Wie das alte (wenn auch falsch zugeschriebene) Zitat sagt: Sei die Veränderung, die du in der Welt sehen willst.
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