Bin ich ein guter Mensch? Warum Perfektion nicht das Ziel ist

Kennst du das Gefühl, wenn dich deine Vergangenheit einholt? Wenn du nachts wach liegst und an Momente denkst, in denen du dich alles andere als „gut“ verhalten hast?

In meinem neuesten Video stelle ich mir eine Frage, die wir uns viel zu selten stellen – weil sie wehtut: Bin ich eigentlich ein guter Mensch?

Meine erste, ehrliche Antwort: Nicht automatisch.

Wir leben in einer Zeit, die oft kalt und gespalten wirkt. Wut und Empörung scheinen die Währung des Internets zu sein. Umso wichtiger ist es, über Empathie, Fehlerkultur und echte Veränderung zu sprechen.

Die Last der Vergangenheit

Ich spreche im Video offen über meine eigenen Fehler. Dinge, die ich als Teenager getan habe. Momente in meiner Ehe, in denen ich Worte nur benutzt habe, um zu verletzen. Es ist leicht, diese Dinge zu verdrängen. Aber sie gehören zu mir.

Ich habe gelernt, dass wir oft glauben, „gut“ zu sein bedeute, keine Fehler zu machen. Aber das ist eine Illusion. Niemand ist perfekt.

Empathie als Superkraft

Was mich wirklich verändert hat, war nicht der Wunsch, perfekt zu sein, sondern die Fähigkeit zur Empathie. Interessanterweise hat mir meine eigene Erfahrung mit Angstzuständen dabei geholfen. Wenn man selbst tiefen Schmerz oder Angst fühlt, entwickelt man ein feineres Radar für das Leiden anderer.

Empathie ist heute vielleicht die wichtigste Fähigkeit, die wir trainieren können. Zu verstehen, dass hinter der Wut eines anderen oft Angst steckt. Zu erkennen, dass jeder sein eigenes Päckchen trägt.

Verantwortung übernehmen statt perfekt sein

Die wichtigste Botschaft, die ich dir mitgeben möchte: Ein „guter Mensch“ zu sein, heißt nicht, eine weiße Weste zu haben. Es bedeutet:

  1. Own your sh*t: Steh zu deinen Fehlern. Verleugne sie nicht.
  2. Entschuldige dich: Nicht halbherzig, sondern ehrlich.
  3. Arbeite an dir: Veränderung ist möglich, wenn wir sie wirklich wollen.

Meine Frau war mein Spiegel. Sie hat mir gezeigt, dass sie nicht erwartet, dass ich perfekt bin – aber dass ich bereit bin, an mir zu arbeiten. Und genau diese Chance haben wir alle. Jeden Tag.

Wir können die Kälte in der Welt nicht alleine stoppen. Aber wir können mit Freundlichkeit, Mitgefühl und Altruismus dagegen halten. Auch – und gerade dann – wenn wir selbst schon gescheitert sind.

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