Als ich an meinem tiefsten Punkt war, war jeder einzelne Gedanke – vom Aufwachen bis zum Einschlafen – von der Angst bestimmt, krank zu sein oder zu sterben. Wenn ich heute auf diese Zeit zurückblicke, ist mir klar, dass ich damals mitten in einer schweren Gesundheitsangst (Health Anxiety) steckte. Damals hatte ich noch keinen Namen dafür; es fühlte sich einfach real an.
Es begann alles mit einer Rückenverletzung vor Jahren. Ein Bandscheibenvorfall war medizinisch diagnostiziert, aber in meinem Kopf wuchs daraus ein katastrophales Szenario nach dem anderen. Was ich damals nicht wusste: Viele meiner Symptome waren psychosomatisch, ausgelöst durch den Stress und ein Trauma (PTSD) nach meinem Unfall.
Der wichtigste Schritt war das „Labeling“ – also das Kind beim Namen zu nennen. Zu verstehen, dass mein Nervensystem im Dauer-Modus „Fight or Flight“ feststeckte und ständig Adrenalin und Cortisol ausschüttete, war der Wendepunkt.
Mittlerweile bin ich seit zweieinhalb Jahren Vater. Und wie das Leben so spielt: Die Angst ist nicht weg, sie hat nur ihre Form verändert. Früher ging es um meine eigene Gesundheit, heute kreisen meine Gedanken oft darum, nicht mehr hier zu sein. Was, wenn ich meine Kinder nicht aufwachsen sehen kann?
Es ist ein schmaler Grat zwischen normaler elterlicher Sorge und einem obsessiven Grübeln, das einen fast in den Wahnsinn treiben kann. Aber ich habe gelernt: Man kann Angst nicht bekämpfen. Man muss akzeptieren, dass sie ein Teil von einem ist.
Auch heute gibt es noch Nächte, in denen ich nicht schlafen kann und mein Kopf sich in Horrorszenarien verliert. Aber ich habe gelernt, damit umzugehen:
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