15 Jahre danach: Was ich meinem 20-jährigen Ich heute sagen würde

Am 29. Januar 2011 änderte sich mein Leben in einer einzigen Sekunde. Ich war 20, fühlte mich unbesiegbar und plötzlich war ich an einer Maschine gefangen, verlor Finger an meiner rechten Hand und wurde zum ersten Mal mit meiner eigenen Sterblichkeit konfrontiert.

Heute, 15 Jahre später, blicke ich zurück auf den Jungen im Krankenhausbett. Wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, was würde ich ihm sagen?

1. „Alles wird gut.“

Es klingt wie ein Klischee, aber in diesem Moment der totalen Hoffnungslosigkeit ist es das Einzige, was zählt. Wir haben keinen Einfluss auf das, was uns passiert, aber wir haben die totale Kontrolle darüber, wie wir darauf reagieren. Das Leben besteht aus Aufs und Abs – und wir haben die Fähigkeit, uns anzupassen.

2. Die unsichtbaren Wunden brauchen länger

Physische Wunden heilen. Man lernt, mit einer Hand anders umzugehen. Aber das Trauma und die Angstzustände, die dieser Unfall ausgelöst hat, waren die eigentliche Herausforderung. Mein Rat an mein jüngeres Ich: Vertrau auf die Heilungskraft deines Körpers, aber such dir Hilfe für deine Seele. Therapie war kein Zeichen von Schwäche, sondern der Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben.

3. Vertrau deinem Bauchgefühl (und dem Universum)

Damals in Österreich konnte ich mir kaum vorstellen, als Kreativer mein Geld zu verdienen. Aber mein Instinkt hat mich immer in die richtige Richtung geschubst. Wenn du das tust, was du liebst, und dich mit Menschen umgibst, die dich fordern, wird sich ein Weg öffnen. Ich glaube heute fest daran: Wenn du dem Universum zuhörst, antwortet es.

4. Akzeptanz statt Kampf

Lange habe ich gegen die Angst gekämpft. Heute weiß ich: Sie ist ein Teil von mir. Erst als ich aufgehört habe, sie zu bekämpfen, und sie als Teil meiner Geschichte akzeptiert habe, fand ich echten Frieden.

Mein Fazit nach 15 Jahren: Geh weiter. Bleib in Bewegung. Du wirst genau dort ankommen, wo du sein musst. Heute bin ich selbständig, Vater von bald drei Kindern und dankbarer denn je für den Weg, den ich gegangen bin – inklusive der Narben.

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